Training des peripheren Sehens mit Schulte-Tabellen

Die Aufmerksamkeit ist eine der wichtigsten Ressourcen unseres Geistes. Geschwindigkeit und Genauigkeit des Denkens hängen davon ab, wie geschickt man die Aufmerksamkeit lenken und halten kann.

Wer seine Aufmerksamkeit effizienter und effektiver machen will, muss sie mit geeigneten Methoden trainieren – wie einen Muskel. Dabei geht es insbesondere um die folgenden Aspekte:

  • fokussieren: die Fähigkeit, die Aufmerksamkeit bewusst auf ein oder mehrere Objekt zu richten
  • aufhellen: Objekte besser erkennen zu können, auch „aus dem Augenwinkel“ heraus
  • verbreitern: den Fokus der Aufmerksamkeit wie bei einem Weitwinkel und Teleobjektiv verstellen zu können
  • vertiefen: die Fähigkeit, sich den Objekten mit großer Klarheit und Energie zu widmen
  • flexibler machen: die Fähigkeit, die Aufmerksamkeit effizient von einem Objekt zu einem anderen zu bewegen
  • stabilisieren: für einen langen Zeitraum die Aufmerksamkeit auf dem gewünschten Objekt zu halten

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Buddhistische Listen (nach Leigh Brasington)

Leigh Brasington ist ein Softwareentwickler aus den USA, der seit Ende der 90er Jahre als Meditationslehrer weltweit unterwegs ist. Die Lehrerlaubnis hat Leigh von Ayya Khema erhalten, einer buddhistischen Nonne in der Theravada-Tradition, die in den letzten Jahren ihres Lebens im Buddha-Haus im Allgäu lebte und unterrichtete.1)Leben, Wirken und Werke von Ayya Khema sind mehr als einen eigenen Artikel wert. Von ihr hat Leigh eine Meditationstechnik übernommen, mit der auch Laien ohne jahrelanges Training den Weg in die sogenannten Jhanas finden können – verfeinerte Bewusstseinszustände, die ein idealer Ausgangspunkt für die Erforschung mentaler Phänomene sind und die helfen, Stress und Ängste zu überwinden.

Die Webseite von Leigh enthält eine Menge hilfreicher Informationen, nicht nur zu Jhana, sondern auch zu Metta (einem weiteren Schwerpunktthema seiner Lehrerin Ayya Khema), Reiseberichte von seinen Retreats und viele Details buddhistischer Lehre und Praxis.

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Literaturverweise   [ + ]

„6R“: mit Ablenkungen in der Meditation arbeiten – „recognize“ (Teil 2)

Mit der „6R“ genannten Methode von Bhante Vimalaramsi werden Ablenkungen in der Meditation in 6 Schritten erkannt und aufgelöst. Dadurch wird nicht nur der Geist beruhigt, sondern man stärkt damit auch die Achtsamkeit – – Grundbedingung dafür, dass wir die Ablenkungen überhaupt bemerken.

Hier nochmal die 6 Schritte:

  1. registrieren, dass wir das Meditationsobjekt verloren haben („recognize“)
  2. den sich gerade dahindenkenden Gedanken loslassen („release“)
  3. Anspannungen lösen („relax“)
  4. freuen, dass man die Ablenkung erkannt und ausgebremst hat („re-smile“)
  5. zum Meditationsobjekt zurückgekehren („return“)
  6. sich vornehmen, bei der nächsten Ablenkung wieder so handeln („repeat“)

„Recognize“, das Thema dieses Posts, scheint zunächst einmal gar kein bewusster Schritt zu sein. Wenn ich realisiere, dass ich abgedriftet bin, ist zumindest ein Teil von mir in diesem Moment bereits nicht mehr in der Story, in die ich mich eingesponnen habe. Eben noch war ich in Gedanken, und plötzlich wache ich neben den Gedanken auf. Dazwischen ist kein Schritt, sondern ein Schnitt, ein Perspektivenwechsel, wie in einem Film. Ein aktives Erkennen benötigt es dazu nicht.

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„6R“: mit Ablenkungen in der Meditation arbeiten (Teil 1)

„6R“ ist eine Methode, die Meditation mit Hilfe von Ablenkungen zu stabilisieren. Der Geist wird durch zunehmende Achtsamkeit beruhigt.

Entwickelt hat die Methode Bhante Vimalaramsi, Abt des buddhistischen Dhamma Sukha Meditation Centers in Annapolis, Missouri, USA. Der mittlerweile 72 Jahre alte Amerikaner ordinierte in den 70er Jahren in Thailand und unterrichtet seitdem weltweit einen traditionellen Theravada Buddhismus. Bekannt ist er insbesondere dafür, dass er Metta in den Mittelpunkt seiner Lehre rückt: der Wunsch nach Glück, für einen selbst für alle anderen. Ähnlich wie in der thailändischen Waldtradition des Buddhismus spielen dabei für Bhante V die sogenannten „Jhanas“ eine wichtige Rolle: geistesklare, konzentrierte und entspannte Zustände, von denen aus die Phänomene um uns und in uns untersucht werden können.

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Unterschiede zwischen peripherem Gewahrsein und Aufmerksamkeit und ihr Zusammenwirken

Dieser Beitrag ist eine Aufbereitung eines Teiles des Buches The Mind Illuminated von Culadasa. 1)The Mind Illuminated, First Interlude, p. 30-33Hiermit möchte ich eine Übersicht über die fundamentalen Unterschiede zw. peripherem Gewahrsein (engl. peripheral Awareness) und Aufmerksamkeit (engl. Attention) bereitstellen.

Mich hat dieser Vergleich erstaunt, da mir die Bedeutung des peripherem Gewahrseins in Verbindung mit der Geistesschulung verdeutlicht wurde, wohingegen es in vielen einfachen Meditationsanleitungen heißt, man solle sich auf den Atem konzentrieren – das genaue Gegenteil von peripherem Gewahrsein…

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Literaturverweise   [ + ]

Emotionaler Muskelkater

Vor einigen Tagen bin ich über einen Begriff gestolpert, der bei mir viel Anklang gefunden hat. Dieser Begriff lautet: „Emotionaler Muskelkater“

Mir hat das Konzept dahinter sehr gefallen, da es für mich ein paar Erfahrungen erklärt hat, die ich einige Tage vorher gemacht habe.

Es war Dienstag und ich hatte ein Date… 😉

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The Right Mindfulness

Martin Stern hat einigen von uns einen Artikel geschickt, der mich sehr inspiriert hat:

Reclaiming Our Agency

Unbedingt lesen! (Achtung lang, Lesezeit ca. 15 min). Was mich so beeindruckt hat an dem Artikel:

Es geht darum, nicht nur passiv achtsam (mindful) zu sein und alles voll mitzubekommen, was in dem eigenen Geist geschieht. Sondern stattdessen proaktiv achtsam zu sein und alle täglichen Entscheidungen bewusst zu treffen und zu überdenken. Dies betrifft nicht nur Entscheidungen im geläufigen Sinne, sondern vor allem die Entscheidungen, auf was man seine Aufmerksamkeit richtet, womit man den Geist beschäftigt. Zum Beispiel geht es darum, wenn sich der Geist mal wieder mit der Vergangenheit oder der Zukunft beschäftigt, bewusst zu entscheiden, ihn wieder in den Moment zu bringen. Weil man aus dem Herzen heraus weiß, dass dies mehr Glück und Frieden bringt. Indem man solche Entscheidungen immer wieder trifft, trainiert man seinen Geist und folgt Buddha auf dem Weg zum Glück.

Nichts neues, aber in dem Artikel sehr gut beschrieben und dargestellt.

Das wars in aller Kürze, eventuell ergänze ich diesen Beitrag noch.

 

Techniken der Hypnose um Gedanken zu beruhigen und loszulassen

Manchmal fällt das Meditieren mit offenem Geist und klarer Intention schwer, weil es einfach zu viele Gedanken gibt, die den Kopf noch beschäftigen. Und evtl. ist man zu dem entsprechendem Zeitpunkt nicht klar genug ausgerichtet um genau dieses Gedankenchaos als Meditationsobjekt zu nutzen. Hier bietet es sich an zwei Techniken aus der Hypnose zu nutzen.

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